…,aber die Bedeutung, die wir ihnen geben!

So war es an der Zeit nach einer turbulenten Saison, mit enttäuschendem Langdistanz Comeback im Sommer und einem tollen Abschluss mit der Qualifikation für die 70.3 WM in Südafrika, all die vielen Jahre Revue passieren zu lassen.
Als Triathlet muss du lieben, was du tust! Aber reicht das? Es braucht sicherlich viel mehr: Die Bereitschaft früh morgens durchzustarten, sich mit Ernährung auseinanderzusetzen und bestenfalls sein Training sinnvoll zu gestalten und diszipliniert durchzuführen. Über Jahre führt dies möglicherweise zu einem Tunnelblick, gegenüber seinem Umfeld, anderen Aktivitäten, aber im Besonderen gegenüber sich selbst und seinen Fähigkeiten in anderen Lebensbereichen. So is es an dieser Stelle wichtig, den Reset Knopf zu finden und diesen zu betätigen. Nicht zwingend, um seine Ziele neu zu definieren, sondern vielmehr, um sich der Welt grundlegend neu zu öffnen und das Motiv zu finden, welches tief im Inneren verankert ist. Auch, wenn die Folgen, die sich zunächst abzeichnen, die gesetzten Ziele in weite Ferne zu rücken lassen, stellt man fest, dass sich die Situation im Laufe des Perspektivwechsels dem Positiven zuwendet.

So entschied ich Ende 2017, sehr viel Zeit auf mit anderen Sportarten zu verbringen, sei es Langlaufen, Schneeschuhwandern, Klettern oder Golfspielen. Und auch wenn die Weltmeisterschaft 2018 sicherlich oberste Priorität hat, möchte ich mich wieder vermehrt meinem Ursprung im Ausdauersport, dem Cross-Bereich, zuwenden. So kann ich es kaum erwarten, in diesem Jahr endlich wieder an Cross-Triathlons und Bergläufen teilzunehmen, die für mich, viel mehr noch als die Straße, eine wahre Herausforderung im 1 gegen 1 mit der Natur und vorallem ohne Windschattenproblematik darstellen.

Auch müssen nicht alle Aktitvitäten einen sportlichen oder trainingswissenschaftlichen Sinn ergeben. Eine herrliche Nikolausrunde bei gut 30cm Neuschnee (der Niederschlag begann zirka 10 Minuten nach Aufnahme des Fotos 😉 ) über 80km war sicherlich das Highlight im vergangenen Winter! Was in der Tat sehr verrückt aussah und war, wurde in allen Dörfern mit viel Applaus, guter Laune und lautem (freudvollem) Hupen von benachbarten Bundesstraßen und Autobahnen begrüßt.

Nicht zuletzt waren die erfolgreiche Teilnahme beim ersten Winterhell Hindernislauf und das Erreichen des Ziels beim ersten Langlauf-Wettkampf meines Lebens über mehr als 60km beim Tannheim Ski-Marathon nicht nur sportliche Erfolge, sondern Erlebnisse in und mit der Natur, wunderbare Tage gemeinsam mit Freunden und verbrachte Zeit mit ganz viel Spaß, weit weg vom Wettkampfgedanken.

Am Ende des Wintertrainings stand dann, wie zuletzt jedes Jahr, das Trainingslager auf Lanzarote an. Erst kürzlich wurde mir bewusst, welches Privileg es ist, diesen Sport ausführen zu können und dann an der Weltmeisterschaft teilnehmen zu dürfen. Die Qualifikation ist die Ernte aus vielen Jahren harter Arbeit und, wie es mein Studienkollege aus Nigeria einst formulierte „dedication“! Und so habe ich dies nun aufgefasst! Es ist die Belohnung einer Lebensspanne, die ich dem absoluten Willen, der Liebe zum Sport und dem Triathlon und all seinen Facetten gewidmet habe! Einer Zeit, die viele persönliche „Opfer“ gefordert hat. Eine, die mich zuletzt viel Kraft gekostet hat und an der ich mir die Zähne ausgebissen habe.

…die Liebe zum Sport bleibt unverändert, aber die Bedeutung, die ich ihm gebe!

Written by: Christian Weich