Goldtour_route

Das große Krabbeln … zu Rad und per pedes

Schon früh ging es am gestrigen Samstag aus dem Bett in Meiringen. Um 04:45 Uhr klingelte der Wecker im alten Schulhaus, bevor es anschließend zum wohl schmeckenden schweizer Frühstück ins Festzelt ging. Mit satt gefülltem Magen für die kommende Herausforderung machte ich mich dann parat und rollte in die große Hauptstraße des kleinen Dörfchens, wo bereits ca. 2500 Starter warteten. Und schon ging es los…”das große Krabbeln”

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Zuerst den längsten, aber flachsten Pass dieses Tages: Von Meiringen aus ging es über 32 km auf den gut 2100 m hohen Grimselpass durch eine von Stein und Fels geprägten Langschaft. Mit viel Elan und Frische war ich schon nach 1:45 St. mit einem Schnitt über 16 km/h auf dem Gipfel von dem es frostig-kühl ins Tal in Richtung Wallis ging, wo schon gleich die Auffahrt zum zweiten Pass wartet: Der Nufenen, zu dessen Spitze 13 km und ca. 1400 Höhenmeter gefordert waren. Wie man erahnen kann, hinterlässt das natürlich Spuren in Beinen. Zudem spürte ich hier zum ersten Mal die Rache für die unterlassene Aufrüstung auf eine adäquate Übersetzung. Aber so musste ich mich mit 36/28 nach oben kämpfen! Ein Drittel war also an diesem Punkt geschafft…Und wo es hoch geht, fährt´s gleich auch wieder runter! Diesmal nach Airolo am Gotthardtunnel, von wo es den gleichnahmigen Pass wieder hinauf ging. Nicht genug, dass die Sonne mittlerweile prall auf die Radler knallte, hinzu kam noch, dass die Schweizer bzw. die Römer, wie man mir später erzählte, 7 der 13 km aufwärts mit Kopfsteinpflaster versehen haben und die letzten vier starker Gegenwind hinzukam. Anschließend wurde es knackig… über Andermatt durch die Teufelsschlucht quer durch´s Uri nach Wassen, dem Ort des letzten Aufstiegs. Und derselbe hatte es in sich: Der Sustenpass 18,5 km mit ca. 1300 Höhenmeter immer fleißig ansteigend mit ca. 8-9 % im Schnitt. Klingt im ersten Momtent vielleicht noch machbar, aber ist mit 5000 Höhenmeter und der etwas starken Übersetzung die pure Zermürbung! Oben angekommen war dann erstmal Enspannung angesagt, bevor es dann abschließend über die ca. 30 km lange Abfahrt zurück nach Meiringen ging, wo ich nach 8 Stunden und 50 Minuten Fahrzeit am Nachmittag ankam.

Es war eine sehr schöne Tour, landschaftlich sehr vielseitig-schmackhaft, aber physisch und psychisch an vielen Stellen auch hart. Aber genau das ist es doch, was den Reiz einer solchen Veranstaltung ausmacht. Nach den insgesamt 172 km mit 5400 Höhenmetern gab´s nach der Heimfahrt am Abend zurück ins “Hotel” dann noch leckeres Essen, Trinken und viel Schlaf!

Nur einen Tag nach meinem “Alpenrittenritt” musste ich nun das angesammelte Laktat wieder raustreten. Hierzu nutzte ich die Strecke des IRONMAN 70.3 in Rapperswil – Jona am Zürichsee (Foto), welchen ich 2014 als direkte IRONMAN Klagenfurt Vorbereitung bestreiten werde. Eine 45 Kilometer Runde in 2 Stunden ist zwar sehr gemütlich, jedoch habe ich nun einen sehr guten Eindruck von der Strecke und bin dank zusätzlicher Go Pro Aufnahmen bestens vorbereitet.

Heute, zum Abschluss dieser Kurztour ins schöne Nachbarland, gings noch mit Wanderschuhen über Stock und Stein hinauf zum Pilatus südlich von Luzern.

Der Gipfel ist circa 2100 m hoch und um dorthin zu gelangen hat mir der Berg auf gut 13 km einiges abverlangt… Es ging los von Kriens nach Krienseregg, der ersten Bergstation. Bis hierher waren es teils Wald, teils Teerwege, die bei moderater Steigung allmählich nach oben führten. Von hier verlief mein Weg weiter in Richtung zweitem Punkt, dem Fräkmüntegg. Bis hierher wurde es nun immer steiler, steiniger und von Teer und gepflegten Straßen war lange nichts mehr zu sehen. Vielmehr waren es kleine Pfade mit gorb befestigten Aufstiegshilfen.

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Doch nun hieß es “Rauf zum Gipfel”. Man konnte ihn zwar schon sehen, jedoch lag noch ein großes Stück Arbeit vor mir. Enge Serpentinen durch Wald und Steinwüsten pflasterten mir den Pfad, bis ich schließlich nach 3,5 Stunden am Pilatus Kulm angekommen war. Oben gab´s dann noch ein Stück “Schweizer Kränzli” bevors mit der Gondel wieder zurück ins Tal ging.

Written by: Christian Weich

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