Tag 1: Farschweiler bis Aachen, Deutschland

Das war’s! Etappe 1 completed…
Schon um 6:40 Uhr an diesem Morgen begann die Tour, die bereits heute durch drei der final vier Länder führen sollte. Zunächst vertraute Gegend…Thomm, Waldrach, Ruwer, Trier, bis ich ab Igel von Tatjana, meiner Begleitung an diesem Tag, empfangen wurde.

Kurz darauf führte unser Weg über die erste Grenze nach Luxemburg über Rosport nach Echternach immer entlang der schönen Sauer.
Nun wurde es nach Bollendorf/ Körperich und Geichlingen immer hügeliger. Über die Südeifel (Neuerburg) ging es quer durch das landschaftlich reizende Prümtal letztlich zum Halbzeit Ziel Prüm. Hier gabs fleißig mitgebrachte Donuts, Muffins und Berliner. Währenddessen wurden wir von einem Ortskundigen beraten, wie wir die Weiterfahrt am schönsten gestalten könnten.

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belgien

Nun,…eigentlich sollte mein Weg ab hier alleine weiterführen, aber nach einer sehr kurzen Überlegung und der Leidenschaft am Radsport, entschied sich Tatjana mit mir bis zum Etappenziel Aachen weiterzufahren.
Den frühen Nachmittag verbrachten wir größtenteils auf der B265, einer welligen, verkehrsarmen Bundesstraße, die in Belgien in somit dem zweiten Grenzübergang und dem dritten bereisten Land für heute, endete.
Durch den Forst Schleiden, vorbei an der fjordähnlichen Oleftalsperre folgten wir dem Radweg 9 Richtung Monschau. Hier mussten wir erstmals einen kleinen Umweg und etliche Höhenmeter in Kauf nehmen. Allerdings fiel hier die 200km Marke!!!

Nach Monschau und Mützenich zeigte unser Weg noch einmal seine landschaftlich schöne Seite: Das Naturschutzgebiet Nahtsief Entenpfuhl mit der Überquerung der Wesertalsperre ( Lac d’Eupen).
Das Ziel vor Augen radelten wir am späten Nachmittag über Raeren, Eynatten und Köpfchen wieder nach Deutschland, wo nur wenige Meter hinter der Grenze die Stadt Aachen ihre Tore für uns öffnete!
Alles in allem ein fantastischer erster Tag, mit vielen sehenswerten Orten und Landschaften. Aber am allerwichtigsten… Ein starkes Team, das von Anfang bis Ende immer zusammengehalten und sich gegenseitig unterstützt hat. Wirklich schade, dass ich ab morgen alleine weiter muss! Dennoch bin ich stolz auf unsere und ganz besonders auf deine Leistung,Tatjana, die wirklich sehr, sehr beachtlich ist! Ich ziehe meinen Hut, …du hast am Ende des Tages 235 km in einem zügigen 27 km/ h Schnitt geradelt und dabei immer eine positive Einstellung und Spass an den Tag gelegt ! Glückwunsch und und Danke nochmals für diese tolle Leistung!!!

Ich werde mich nun noch etwas regenerieren und die letzten Vorbereitung für morgen erarbeiten. Ich wünsche Allen einen schönen Abend, eine gute Nacht und würde mich auch morgen über Euren tollen Support freuen.

Euer Christian

 

Tag 2: Achen bis Utrecht, Belgien/Niederlande

Viele fietsen, ein Bett im Kornfeld und ein Hauch Herr der Ringe…oder doch nur Fahren nach Zahlen?
Die zweite Tour ist geschafft! 255 km quer durch die Niederlande…bis zum Etappenziel Utrecht.

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Schon um 8 Uhr, nach einem tollen Jugendherbergs Frühstück 😉 machte ich mich auf den Weg (hier: fietsroute) auch die letzte Landesgrenze (Niederlande) zu überschreiten. Nur 10 km in Richtung Vaals und schon ging’s vorbei an den ersten Windmühlen und Flüsschen umgeben von Weizenfeldern. Leider habe ich bei Kilometer 40 ein Schlagloch übersehen, was mich schnurstracks in ein Kornfeld beförderte … Aber kopfwärts;) da ich ja sowieso in letzter Zeit öfter Kontakt mit dem Boden suche, war ich’s schon gewöhnt mich sauber abzurollen und so konnte es ohne Probleme und Schäden weiter nordwärts Richting Vlandern gehn.

Nach einem Stück durch Belgien und somit Bree, gleichnamig mit dem Ort aus dem Herrn der Ringe rollte ich mit einem Lembasbrot unter dem Arm zu meinem Halbtagesziel Eindhoven. Doch leichter gesagt als getan… Prinzipiell fuhr ich heute den gesamten Weg nach einem Wegknotensystem, ( Schilder mit Knotenpunkten) welches, wenn man es verinnerlicht hat sehr angenehm zu fahren ist. Problematisch wird es nur, wenn Schilder fehlen oder nicht mehr lesbar sind. Leider wurde ich hierdurch immer wieder auf die falsche Fährte gelenkt, besonders in einer Vorstadt von Eindhoven, was bei ca. 33 Grad doch schon an die Nerven geht 🙂 Wenigstens fahren die holländischen Blondinen stets bereit mir die Flaschen wieder aufzufüllen;)
Endlich gegen 14 Uhr angekommen gabs dann die versprochene Mittagspause ( 150km) mit Riegeln, Muffins und Donuts vom Vortag.
Je weiter ich nordwärts kam, desto mehr Flüsse und wunderschöne Landschaften rauschten an mir vorbei. Der Nachteil jedoch war, dass ich mein Rennrad in ca 20 cm tiefem Sand und Schotterwegen durch afrikaähnliche Wälder testen konnte. Aber alles in allem…kein Platten, keine Schäden! Ein Lob an Specialzied ;).

Nach der ein oder anderen Kleinstadt fand ich eine Art Bundesstraße mit Radweg die mich straight nach Utrecht führen sollte… Und das in 50km?? Wow… Naja! Wer’s glaubt ;)! Der Weg endete an einer Bucht, die zwar sehr schön anzusehen war, mich jedoch nicht wirklich meinem Ziel näherte;) Nachdem ich mich etwas verständigt und mein Problem geäußert hatte zeigte mir eine nette Ortskundige, dass nur 500m weiter östlich immer wieder eine alte Fähre den Fluss/ Bucht überquert. Was ein Glück einmal durchatmen. 😉

Danach war es fast geschafft… Ich stand vor den Toren Utrechts und durfte nach ca 25 weiteren Kilometern durch Vororte endlich und wohlverdient durch die Altstadt in mein Hotel einrollen. Es war mittlerweile 20 Uhr geworden und somit ein 12 Stunden Ritt zu Ende gegangen. Eine solche Fahrt ist jedoch mehr als nur körperliche Leistung und Pedale rund treten. Man trifft viele interessante Menschen, sieht Gegenden von denen man ab und an höchstens träumt und lernt sich selbst kennen… Nur hier erfährt man was heißt zu kämpfen, durchzuhalten und auch in den extremsten Situationen zu bestehen. In einem Satz… Man fühlt, wie viel es Wert ist, auf dieser wahnsinnig tollen und vielfältigen Erde zu leben.

Nun sitze ich beim Essen und genieße den verdienten Feierabend für heute. Morgen geht es dann auf die letzten ca 150 Kilometer bis zum Ziel: Texel! Ich danke nochmals allen, die mich auch heute unterstützt haben und in Gedanken bei mir waren!

Also dann, schönen Abend!
Beste Grüße aus Utrecht und volle Kraft voraus!

Christian

Tag 3: Utrecht bis Texel, Niederlande

Drempels, Dauerwind und Roubaix!
Auch heute ging es wieder gegen 8 Uhr früh los nordwärts hinaus aus Utrecht. Zuvor hatte ich noch in großem Maße beim Inder gefrühstückt, bei dem ich genächtigt hatte, sodass ich voller Energie zum Schlussspurt ansetzen konnte. Vorbei an Kanälen, Feldern und vielen Windmühlen gings bereits nach 30km nach Amsterdam. Nachdem ich das schöne Zentrum passiert hatte, musste ich per Fähre den nächsten Wegpunkt erreichen.

Anschließend kam der wohl schönste Teil meiner heutigen Route (auf dem Festland). Die Wälder zwischen Amsterdam und Alkmaar haben sehr viel zu bieten: Große Seen, Kanäle, endlose Weizenfelder, Schilfoasen und traumhafte Fiejtspfade mitten hindurch. Zudem hatte ich das Gefühl zum ersten Mal seit meiner Tour einen Hauch von Salz in der Luft zu riechen, außerdem wurde der Boden neben mir zunehmend sandiger.

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Zwar war die Hitze heute etwas zurückhaltender als gestern, jedoch hatte ich besonders in den großen Städen zwei neue „Feinde“: Drempels und Kopfsteinpflaster! Drempels sind solche künstlich erbauten Bodenwellen, die hier in allen Variationen auftreten! Mal gehts schwungvoll oben drüber, mal fühlt es sich so an, als hätte ich einen Presslufthammer im Rucksack, wieder ein anderes Mal war es wie früher bei Kleins auf dem Kinderkarusell 🙂 Des Weiteren waren mindestens 50 der 170km Kopfsteinpflaster und das ist nicht übertrieben! Nahezu alle Orte waren oft komplett gepflastert, sodass ich regelmäßig vom Feinsten durchgeschüttelt wurde.

Nun,…mittlerweile waren die 100km geknackt und den Helder, der Ort der Fähre kam immer näher! Bis dorthin ging es noch durch eher langweilige Ortschaften, bis ich schließlich auf die Fahrradautobahn neben der Bundesstraße Richtung Fähre kam. Super flach, kein Verkehr, Ziel vor den Augen, aber leider ein Problem: Den Gegenwind meines Lebens! Auch, wenn die Temperatur dadurch angenehmer war, weiß ich nun, warum hier so viele Windmühlen und Windräder installiert sind. Nach den 23 umkämpften Kilometern endlich…. Die Küste! Was ein Gefühl! Es war wirklich überwältigend, endlich das Meer erreicht zu haben. Zudem waren meine Eltern kurz zuvor dort angekommen und wir konnten die Überfahrt nach Texel gemeinsam genießen.
Die Insel erreicht hatte ich nun noch ca. 25 km entlang dem traumhaften Strand zu radeln. Es war wirklich ein Freude, eine Art Champs Elysees meiner Tour! Mit schönen Songs in den Ohren ging es mit viel Salz in der Luft auf die letzten Meter Richtung Ferienvilla, wo meine Familie bereits auf mich wartete.

Das wars dann tatsächlich! Ich habs geschafft… 670km in 3 Tagen, Fahrzeit circa 25 Stunden! Es war eine wunderschöne, sehr vielfältige Tour, die mir viele Begegnungen und Erfahrungen bereitet hat. Ich freue mich schon auf viele weitere Touren und Kilometer, aber nun ist erstmal Urlaub angesagt!

Also dann! Prost 🙂

Written by: Christian Weich