Stürmisch und schwierig: Das trifft meinen Saisonabschluss wohl sehr passend! Doch glücklicherweise kann ich sagen: „Endlich!“ – Endlich Bedingungen, die mir als Sportler entgegenkommen. Schon 2016 konnte ich bei kühlem und regnerischem Wetter meine stärksten Leistungen abrufen. Und nachdem meine bisherigen Wettkämpfe in Mallorca, Luxemburg und Zürich sehr heiß waren, entschied ich mich die Station im Herbst der Saison nochmals gezielt etwas kälter zu wählen: England! Wo sonst? Das Mutterland des schlechten Wetters! Hier fand am 17. September ein mit knapp 2500 Teilnehmern großer und letzter Ironman 70.3 der europäischen Saison statt. Passend dazu entschied ich mich in der Vorwoche noch eine schnelle Olympische Distanz in der Heimat am Bodensee (Stockach) mitzumachen. Schon hier lief es sehr gut, sodass ich am Ende der 1000m Schwimmen im Freibad und 40km Radfahren in Führung liegend auf die Laufstrecke (10,5 km) ging. Erst hier musste ich mich dann von einem sehr starken Läufer um gut 3 Minuten geschlagen geben. Am Ende eines verregneten und windigen Rennens war es dann Platz 2.

Demnach standen die Zeichen gut als ich in der anschließenden Woche mit Franzi mit dem Auto nach England aufbrach. Hinzu kam, dass für den Sonntag knapp 15 Grad und trockenes Wetter angesagt war. Also alles bestens!
Ungewöhnlich früh, schon um 07:00 Uhr fiel der Startschuss am Strand von Weymouth zur Auftaktdisziplin über 1,9 km Schwimmen im Ärmelkanal. Aber schon nach wenigen Metern zeichnete sich ab, dass dies kein gewöhnliches Schwimmen war, wie ich es schon so oft hinter mich gebracht habe. Halbe Meter hohe Wellen und Strömung machten die Sicht nach vorne unmöglich. Immer wieder musste ich mich aus dem Wasser hochdrücken, um mich neu zu orientieren. Unter diesen Bedingungen, bei denen sehr viele Starter schon frühzeitig mit Rettungsbooten zurück an Land gebracht wurden, bin ich mit 31 Minuten Schwimmzeit und 80m zusätzlich sehr zufrieden.
Nach einem langen Weg in die Wechselzone (500 m) ging es bei zunächst frischen 10 Grad auf die 90km Radstrecke. Schnell bemerkte ich, dass ich schon nach dem Schwimmen eine ganz gute Position hatte und ich auf dem Rad weit nach vorne kommen konnte. Obwohl die Strecke auf dem Papier sehr schwierig wirkt (Erschwerte Sicht durch stark bewachsende Umgebung, Wetter, sehr verwinkelt, 900 Höhenmetern, Wind…), konnte ich diese als Zweitbester meiner Klasse (M25) und in den Top 30. aller, inklusive Profis, absolvieren (02 Stunden 31 Minuten). Bis hierher hatte ich natürlich keine Ahnung auf welcher Position ich liege, aber ich hatte im Gefühl, dass meine Leistung bis zu diesem Zeitpunkt schon viel Wert war.

Zu guter Letzt ging es dann noch auf die schnelle Halbmarathonstrecke entlang der Strandpromenade über 3,5 Runden. Hier konnte mich Franzi nun immer über den aktuellen Stand informieren, den sie von Martin per Whatsapp zugesendet bekam. Wir gingen zu diesem Zeitpunkt davon aus, dass Position 7. für die Qualifikation zur WM reicht. Aufgrund dessen versuchte ich meinen anfänglichen Schnitt von 4:00-4:10 min/km je nach Laufrichtung bestmöglich aufrechtzuerhalten, da ich aussichtsreich auf Platz 6. lag. Über drei Runden konnte ich dieses Tempo durchpowern, sodass ich ahnte, dass dies sogar für eine neue IM 70.3 Laufbestzeit reichen könnte! Erst auf den letzten drei Kilometern musste ich das Tempo etwas senken, sodass ich wohl knapp 45 Sekunden verlor, die mich in der Endabrechnung nochmals eine Position gekostet hat. Trotzdem lief ich nach knapp 4 Stunden und 40 Minuten mit dem persönlich wohl besten Rennen 2017 sehr zufrieden ins Ziel ein, in der Hoffnung, dass die ich die verpasste Hawaii Quali mit einem Slot nach Südafrika entschädigen kann.
Kurze Zeit später war dann klar! Es gab eine Änderung bei den Slotplätzen. Nicht wie ursprünglich angegeben 7 Plätze, wurden nun nur noch 6 an die AK M 25 vergeben, was bedeutete, dass mein siebter Platz für die direkte Qualifikation nicht mehr reichte.
Doch was lange braucht wird endlich gut! Aufgrund der Absage des Siegers der AK M25 durfte ich nachrücken und endlich meinem WM Slot in Empfang nehmen! Nach einer langen und teils sehr enttäuschenden Saison findet sie also doch noch ein gutes und zufriedenstellendes Ende!

 

 

Und das Beste ist: SÜDAFRIKA 2018 – WIR KOMMEN!!!!!
DANKE an Alle, die mich unterstützt haben! Ihr seid die Größten!

 

Written by: Christian Weich

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