…Ich sitze nun hier auf dem Massanella, Mallorcas zweithöchster Erhebung, und unter mir liegen ziemlich genau die Straßen (und das Meer), über die ich noch vor wenigen Tagen beim Ironman 70.3 Mallorca durch strömenden Regen geschwommen, geradelt und gelaufen bin. Ich lasse die gesamte Zeit hier nochmal auf mich wirken und spüre zum ersten Mal, seit ich hier bin und auch generell im Rahmen eines Wettkampfes, dass ich emotional ziemlich gepackt bin…:

Ich kam vor gut sieben Tagen hierher und hatte ebenso viele Monate an hartem, zielgerichtetem Training hinter mir. Ich wusste genau warum ich hier war und was ich wollte. Zum ersten Mal war ich mir sicher, vorne dabei sein zu können, seit ich in diesen Sport 2011 eingestiegen bin. Die ersten beide Tage hier nutzte ich noch für ein recht normales Training, dienstags im Freiwasser und auf der Laufstrecke und mittwochs fuhr ich nochmals die Strecke zum Kloster Lluc und die anschließende Abfahrt ab. Aber schon als ich danach im Auto zurück zum Hotel saß merkte ich, dass ich trotz der relativ leichten Belastung irgendwie kaum Kraft hatte. Auch in den folgenden Tagen vor dem Rennen, mittlerweile auch gemeinsam mit Jan und den „alten Männern“ aus St. Ingbert, Martin und Freddy, schwankte mein Hochgefühl, zwischen unglaublicher Lust auf dieses Rennen und der leicht fühlbaren körperlichen Schwäche hin und her!

…Ich lasse die Blicke nochmals über die Gipfel schweifen, sauge nochmals die kühle, frische Luft am Gipfel auf. Die Sonne hat es heute wirklich gut mit mir gemeint und mir zum Abschluss eine wundervolle Wanderung ermöglicht. Doch dies war nicht immer so…

Samstag, 6. Mai 2016, 5:00 Uhr…“Hace algun tiempo, que espero el hoy, y en el asfalto, bailo sin perdon…Dias como estos! Die spanische Version von Tage wie Diese)
Ich wache auf und höre sofort, dass es draußen in Strömen regnet, hinzu mein nach wie vor schwaches Gefühl, aber der ebenso unbedingte Wille, an diesem Rennen teilzunehmen! Ich versuche mich von nun an nur noch auf dieses Rennen und den Start zu konzentrieren. Ich weiß, dass ich im Regen sehr gut fahren und besonders gut laufen kann. Kühle Temperaturen und nasses Wetter liegen mir einfach! Auch wenn es ungewöhnlich ist, gibt dies mir nochmals einen Schub!

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Gemeinsam mit Jan gehe ich in Richtung Wechselzone, richte meinen Stellplatz ein und vervollständige die Wechselbeutel…Quick Check: „Rad und Beutel sind ready! Bin ich es auch?“ – Ich bin mir noch immer nicht wirklich sicher! Zu diesem Zeitpunkt, an dem wir schon total durchnässt sind und nun schon gut 1,5h vor Beginn in den Neo eingepackt sind, wünsche ich mir eigentlich nur noch den Start herbei!
Auf dem Weg dorthin wird der Regen immer stärker und wir beschließen uns einfach bis kurz vor 8 in einem benachbarten Hotel unterzustellen, wo wir auch auf unsere anderen Gefährten Martin und Freddy treffen. Die „internationale Erfahrung“ von beiden beruhigt und lockert die Situation etwas ;-)

Aber irgendwann ging´s dann endlich los…08:10 Uhr, Startgruppe 1: 20- 29 Minuten Schwimmzeit. Ich laufe direkt neben Jan los und hechte ins Wasser auf die erste Boje zu, die ich schnell erwische. Abgesehen von einem kleinen Umweg nach der zweiten Boje von ca. 50m und, bei mir zum Glück nur kleinen, Quallenattacken beim Wendepunkt, komme ich sehr gut durch und bin mit Jan nach gut 30 Minuten zurück aus dem, heute sehr welligen, Mittelmeer. Wir laufen zur Wechselzone 1, die bis zur Radausfahrt unendlich dauernde 1000m lang ist. Langsam und kontrolliert ziehe ich mein ganzen Equipment inklusive Kälteschutz an, da ich meine Situation nicht noch verschlimmern möchte und fahre unter dem Motto „Safety First“ auf die 90km lange Radstrecke. Es ist extrem rutschig in den ersten Stationen, das Bremsen mit den Carbonfelgen stark verzögert und teils 10cm tiefe Wasserpfützen stehen auf den Straßen. Immer wieder mit Nachschub von oben. Und zwar kräftig, inklusive Wind! Ich gebe dennoch alles und fahre bis hinter Pollenca einen Schnitt von 38km/h, eine wunderbare Vorlage für den bevorstehenden Anstieg nach Lluc zur berühmten Tankstelle.

Neben dem Gefühl, doch recht schnell unterwegs zu sein, muss ich mir schweren Herzens eingestehen, dass ich heute mein ganzes Potential nicht ausschöpfen kann. Das gibt mir zwar hier und da immer mal wieder einen Knock Out, körperlich und auch mental, aber spätestens bei etwa der Hälfte des Berges, als ich die ersten Profidamen überhole, will ich unbedingt dieses Rennen finishen und ein DNF kommt für mich nicht mehr in Frage! Erschreckend langsam schlängle ich mich, nach einem 30 km/h Schnitt bis zum Höchsten Punkt, hinunter Richtung Caimari, um über Sa Pobla flach zurück nach Port d’Alcudia zu donnern! Knapp 38 km/h habe ich auch hier im Schnitt, trotz Regen und teils kräftigen Böhen von vorne und von der Seite auf dem Tacho stehen.

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Quick Check: „Unglaublich, ich habe dieses Rennen gefinished – die Zeit wirkt langsam, aber mit der Konkurrenz verglichen, bin ich nur 10 Minuten hinter dem späteren Sieger.“ Nur kurze Zeit später erhalten ich die ersten Nachrichten auf mein Handy, dass es für Platz 7. gereicht hat. Ich weiß, dass dieses Ergebnis an diesem Tag, mit diesen Einschränkungen das bestmögliche war, aber dennoch bin ich sicher, dass da noch mehr drin gewesen wäre. Die Ups und Downs dieses Tages sollten am späten Nachmittag auf der Slot Allocation dann ihren Höhepunkt finden, bei der ich leider knapp und mit wirklich sehr viel Pech an einem Slot vorbeigeschrammt bin. Mein Freund Freddy konnte in der M40 sogar mit Platz 317. ein Ticket nach Australien buchen, wohingegen in meiner AK die beiden einzigen Slots schnell von den vorderen Plätzen vergriffen waren und das letzte „Lucky Loser Ticket“ mir lediglich vom Zweitplatzierten der AK 65 vor den Augen weggeschnappt werden konnte. Es ist wirklich schade, dass ich mein Ziel hier noch nicht erreichen konnte, aber ich bin mir sehr sicher, dass dieses Rennen ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung war und mir aufgezeigt hat, woran ich in den nächsten Wochen bis zum Ironman in Norwegen noch arbeiten muss. Auf dem Weg dorthin werde ich, nun schon zum vierten Mal in Folge, Anfang Juni beim Rennen im Kraichgau (Ironman 5110) teilnehmen. An dieser Stelle, danke an alle Helfer und Organisatoren für dieses Event, trotz dieser enormen Bedingungen, an alle Unterstützer zuhause und im Vorfeld dieses Events, an den Materialsupport und alle anderen Sponsoren, aber natürlich auch an meine drei Mitstreiter aus Deutschland für die geniale Atmosphäre vor und besonders nach dem Rennen. Selbstverständlich gratuliere ich allen Finishern und auch denen, die es an diesem Tag versucht haben, aber besonders Jan, der trotz eines schweren Sturzes mit dem Rad bei KM 80, das Rennen mit Herz und einer tollen Zeit beendet hat! Quick Check: „Unglaublich, ich habe dieses Rennen gefinished – die Zeit wirkt langsam, aber mit der Konkurrenz verglichen, bin ich nur 10 Minuten hinter dem späteren Sieger.“ Nur kurze Zeit später erhalten ich die ersten Nachrichten auf mein Handy, dass es für Platz 7. gereicht hat. Ich weiß, dass dieses Ergebnis an diesem Tag, mit diesen Einschränkungen das bestmögliche war, aber dennoch bin ich sicher, dass da noch mehr drin gewesen wäre. Die Ups und Downs dieses Tages sollten am späten Nachmittag auf der Slot Allocation dann ihren Höhepunkt finden, bei der ich leider knapp und mit wirklich sehr viel Pech an einem Slot vorbeigeschrammt bin. Mein Freund Freddy konnte in der M40 sogar mit Platz 317. ein Ticket nach Australien buchen, wohingegen in meiner AK die beiden einzigen Slots schnell von den vorderen Plätzen vergriffen waren und das letzte „Lucky Loser Ticket“ mir lediglich vom Zweitplatzierten der AK 65 vor den Augen weggeschnappt werden konnte.

Es ist wirklich schade, dass ich mein Ziel hier noch nicht erreichen konnte, aber ich bin mir sehr sicher, dass dieses Rennen ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung war und mir aufgezeigt hat, woran ich in den nächsten Wochen bis zum Ironman in Norwegen noch arbeiten muss. Auf dem Weg dorthin werde ich, nun schon zum vierten Mal in Folge, Anfang Juni beim Rennen im Kraichgau (Ironman 5110) teilnehmen. An dieser Stelle, danke an alle Helfer und Organisatoren für dieses Event, trotz dieser enormen Bedingungen, an alle Unterstützer zuhause und im Vorfeld dieses Events, an den Materialsupport und alle anderen Sponsoren, aber natürlich auch an meine drei Mitstreiter aus Deutschland für die geniale Atmosphäre vor und besonders nach dem Rennen. Selbstverständlich gratuliere ich allen Finishern und auch denen, die es an diesem Tag versucht haben, aber besonders Jan, der trotz eines schweren Sturzes mit dem Rad bei KM 80, das Rennen mit Herz und einer tollen Zeit beendet hat!

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Ich schaue noch einmal in die Ferne und bedanke mich bei dieser tollen Insel nochmals für eine geniale Zeit und ein tolles Rennen! Ich wandere nun wieder zurück und fliege später mit gemischten, aber schönen Gefühlen nach Hause…Quick Check: „ I´ll be back!“

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Written by: Katrin Mattmann

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