Freudiger Saisoneinstand beim 25. Halbmarathon in Kaiserslautern

Eigentlich wollte ich auf meinem “Heimweg” nach Konstanz nur kurz aus dem Auto springen, den Halbmarathon in Kaiserslautern als Trainingslauf mitnehmen,
jedoch wurde aus diesem “kurz” kürzer als gedacht!

Schon früh am gestrigen Sonntag macht ich mich auf in Richtung Bodensee, allerdings mit der Absicht um halb 10 beim Halbmarathon in Kaiserslautern zu starten, um zu sehen, wie ich das Training in den USA verkraftet bzw. umgemünzt habe. Nachdem ich meinen Fokus (aufgrund meines viel zu hohen Radumfangs 2015) in den letzten Monaten verstärkt auf die Ausbildung der Schwellenleistung gelegt hatte, wusste ich, dass ich meine bisherige Bestzeit aus dem vergangenen Jahr (1:30) unterbieten kann. So parkte ich mein Auto ca. 20m hinter dem Zielbogen, um nach dem Rennen möglichst schnell wieder weiterzufahren, holte meine Startnummer ab und ohne ein wirkliches Warm-Up (war ja auch noch ordentlich kalt) ging es pünktlich um 09:30 Uhr los.

geschwindigkeit

Ich hatte geplant das Rennen, mit dem Ziel unter 1:30 St. zu laufen, mit 4:10/KM zunächst etwas defensiver anzugehen, zumal die ersten 3km über 100Hm stetig bergauf gingen. Dies konnte ich sehr gut und ohne Probleme umsetzen, sodass ich mich nach dem ersten Drittel (7km) auf Platz 9. eingependelt hatte. Dies konnte ich am Bergabstück sehr gut sehen, da man von oben aus ca. 500m nach vorne sehen konnte, wo das Führungsfahrrad fuhr. Aber schon hier spürte ich, dass da heute mehr drin war, dass ich schneller laufen konnte als meinen 4:09/Km Schnitt bis hierher. Naja eigentlich hatte ich ja nichts zu verlieren und nachdem ich mich wochlang durch Temperaturen von -20 Grad quälen musste, dachte ich mir, warum eigentlich nicht! ;)
So arbeitete ich mich zum letzten Anstieg (11km) Stück für Stück an Platz 8 und 7 heran, um sie beim anschließenden Bergabstück stehenzulassen. Immer wieder schaute ich ungläubig auf meine Uhr und stellte fest, dass mein Tempo um die 3:45/km war, was ich zunächst dem leichten Gefällte zugeschrieben hatte. Aber als es dann wieder flacher wurde und ich das Tempo nicht nur “ohne Schmerzen” halten, sondern auch noch im letzten Drittel teilweise auf 3:40/Km steigern konnte, wusste ich, dass mir heute hier mehr als eine Überraschung gelingt. Zunächst kalkulierte ich hin-und her…”vielleicht 1:27-1:28″ ….später dann “…naja vielleicht sogar um die 1:25….”, aber konzentrierte mich auf den letzten 5km auf einen weiteren Läufer, der sichtlich Probleme hatte. Ich spürte unglaublicherweise immernoch keine Hemmung das Tempo herauszunehmen und konnte ihn zirka 2km vor dem Ziel überholen. Etwa 1000m später konnte ich in 200m Entfernung noch einen letzten Läufer sehen, den ich beim Start schon als sehr stark eingestuft hatte. Eigentlich wollte ich diese jetzt schon tolle Zeit einfach nur ins Ziel bringen, aber irgendwas in mir sagte mir, dass ich heute bereit bin auch bis zur letzten Sekunde Tempo und vielleicht sogar “ein bisschen mehr” zu machen! Und eben dieses “Bisschen mehr” half mir heranzulaufen und diesen in einem Sprint 400m vor dem Bogen zu überholen. Ich schaute auf meine Uhr und dort stand: 1:22:42. Ich wusste, dass ich meine Leistung in den USA verbessern konnte und dass mein Schnelligkeitsprogramm sich auszahlt, aber mit einer Verbesserung von fast 8 Minuten innerhalb eines Trainingsjahres hätte selbst ich nicht gerechnet. Es stimmt mich natürlich positiv im Hinblick auf meine Hauptrennen in Mallorca (6. Mai) und Norwegen (3. Juli), aber ich freue mich natürlich auch meine Erfahrung an die ASC Athleten im Bahntraining weiterzugeben. Ich freue mich sehr auf eine tolle Saison!

PS: Ungefähr ein Wasser, eine Banane und 5 Minuten nach dem Zieleinlauf saß ich dann wieder im Auto in Richtung Konstanz! ;)

Written by: Katrin Mattmann

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